Yoga in der Schwangerschaft kann dich in einer besonderen Zeit begleiten, in der sich körperlich und emotional vieles verändert. Dabei geht es nicht nur um Bewegung: Auch bewusste Atmung, Entspannung, Körperwahrnehmung und die Verbindung zu deinem Baby spielen eine wichtige Rolle.

Viele Frauen entdecken Yoga sogar erst während ihrer Schwangerschaft für sich. Auch in unseren Kursen im Yogastern Studio erleben wir immer wieder Schwangere, die zum ersten Mal auf der Yogamatte stehen.

In dieser Podcastfolge spreche ich mit Yogalehrerin Catherine Lang darüber, was Yoga in der Schwangerschaft so besonders macht. Catherine unterrichtet bei uns im Yogastern Studio und ist Referentin in der Yogastern Akademie für die Weiterbildungen Pränatal Yoga und Massage für Schwangere. Wir sprechen über unsere Erfahrungen als Yogalehrerinnen und Mütter, typische Beschwerden und darüber, warum Atem, Berührung und das Vertrauen in den eigenen Körper in dieser Zeit so wertvoll sein können.

Was macht Yoga in der Schwangerschaft so besonders?

Stefanie: Liebe Catherine, du hast dich schon mit Yoga für Schwangere beschäftigt, bevor du selbst schwanger warst. Wie bist du zu diesem Thema gekommen?

Catherine: In meiner 200-Stunden-Yogalehrer-Ausbildung war mir das Thema Schwangerschaft zu wenig präsent. Wenn eine Schwangere in meine Yogastunde kam, wusste ich zwar, dass es einiges zu beachten gibt. Aber nicht genau, was. Deshalb habe ich eine spezielle Schwangeren-Yoga-Ausbildung gemacht und anschließend selbst angefangen zu unterrichten. Später wurde ich schwanger, während ich bereits einen Kurs gegeben habe.

In den ersten 16 Wochen hatte ich sehr mit Übelkeit zu kämpfen. Yoga hat mir in dieser Zeit geholfen, zu atmen, langsamer zu werden und anzunehmen, dass ich gerade nicht mehr die „120-Prozent-Catherine“ bin. Mein Körper war schließlich damit beschäftigt, ein kleines Wesen zu erschaffen. Später bin ich dann selbst in deinen Schwangeren-Yoga-Kurs gekommen. Ich wollte mir ganz bewusst Zeit für meine Schwangerschaft nehmen und fand auch die Gemeinschaft mit anderen Schwangeren schön.

Stefanie: Was ist dein Herzensthema rund um Schwangerschaft und Geburt? Was möchtest du Schwangeren besonders gerne mitgeben?

Catherine: Mir ist wichtig, den Fokus immer wieder darauf zu richten, was der Körper gerade leistet. In uns wächst ein ganzer Mensch heran. Wenn Beschwerden auftreten, sind wir manchmal sauer auf unseren Körper, weil er vermeintlich nicht mehr so funktioniert wie vorher. Dabei übernimmt er gerade unglaublich viele zusätzliche Aufgaben. Es kann zum Beispiel zu Wassereinlagerungen, Rückenbeschwerden oder einer stärkeren Belastung des Beckenbodens kommen. Wenn wir bewusster verstehen, was körperlich passiert, können wir vielleicht auch anders mit diesen Veränderungen umgehen.

Stefanie: Das erlebe ich auch in meinen Kursen immer wieder. Yoga kann zum Beispiel dabei unterstützen, die Füße und Beine zu entlasten oder den Körper bewusster wahrzunehmen. Aus meiner eigenen Schwangerschaft kenne ich die zusätzliche Belastung der Füße sehr gut. Manchmal helfen schon ganz einfache Dinge wie die Beine hochzulegen oder die Füße bewusst zu bewegen.

Der Atem ist für mich ebenfalls ein ganz wichtiges Thema, das ich Schwangeren mitgeben möchte. Ich bezeichne ihn gerne als eine Art Superkraft. Bewusstes Atmen kann dabei helfen, Stress abzubauen, die Nerven zu beruhigen und zur Ruhe zu kommen. Auch bei Sorgen, Ängsten oder Schlafproblemen können geeignete Atemtechniken unterstützen. Und der Atem begleitet uns nicht nur durch die Schwangerschaft. Wir können ihn auch während der Geburt nutzen – unabhängig davon, ob das Baby vaginal oder durch einen Kaiserschnitt geboren wird. Deshalb spielt die bewusste Atmung sowohl in unseren Kursen für Yoga in der Schwangerschaft als auch in der Pränatal-Yoga-Ausbildung eine wichtige Rolle.

Eine schwangere Frau macht Yoga

Stefanie: Auch die Verbindung zum Baby ist dir ein wichtiges Anliegen, richtig?

Catherine: Ja. Mir ist wichtig, diese Verbindung zum Baby zu stärken. Manche Frauen spüren sie in der ersten Schwangerschaft vielleicht noch nicht so stark. Auch da möchte ich Vertrauen geben, dass diese Verbindung wachsen kann. Im Schwangeren-Yoga arbeite ich zum Beispiel mit Visualisierungen: Wir beziehen das Baby bewusst mit ein, können die Geburt visualisieren oder auch schon auf die Zeit danach und das Wochenbett schauen.

Auch mit Blick auf die Geburt finde ich es wichtig, mit dem eigenen Körper in Verbindung zu bleiben und die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen. Was brauche ich gerade? Wasser? Die Badewanne? Vielleicht eine PDA? Meinen Partner oder die Hebamme? Dieses Reinspüren können wir im Yoga sehr schön schulen.

Stefanie: Ein weiterer Aspekt, den wir beide am Schwangeren-Yoga lieben, ist die Gemeinschaft.

Catherine hat während ihrer eigenen Schwangerschaft bewusst einen Kurs besucht, um mit anderen Schwangeren zusammen zu sein. Und auch ich erlebe immer wieder, dass in unseren Kursen Freundschaften entstehen, die lange über die Schwangerschaft hinaus bestehen.

Gerade erst hat mir eine Teilnehmerin erzählt, dass sie vor sieben Jahren bei ihrer ersten Schwangerschaft zwei Frauen in meinem Kurs kennengelernt hat und die drei bis heute befreundet sind. Auch ich selbst habe während meiner ersten Schwangerschaft beim Yoga eine Freundin kennengelernt, mit der ich noch heute Kontakt habe.

Catherine: So ist es, Stefanie. Gerade Frauen, die bereits ein zweites oder drittes Kind erwarten, erzählen mir außerdem, dass die Yogastunde manchmal die einzige Zeit ist, in der sie sich ganz bewusst mit ihrer Schwangerschaft beschäftigen.

Stefanie: Du begleitest Schwangere nicht nur beim Yoga, sondern auch mit Massagen. Was macht diese Zeit für die Frauen so besonders?

Catherine: Für mich ist das 1:1 besonders, weil ich ganz präsent für diese eine Frau sein kann. Die Massage ist dabei nur ein Teil. Zu Beginn schauen wir, wie es ihr gerade geht und was in diesem Moment präsent ist. Vielleicht gibt es Rückenschmerzen oder andere körperliche Beschwerden, vielleicht ist sie gerade sehr aufgeregt oder hat viel Stress und Redebedarf. Auch für Tränen darf Platz sein. Viele Frauen genießen besonders dieses Umsorgtwerden: zugedeckt werden, entspannen und für einen Moment loslassen dürfen.

Auch der Atem gehört für mich dazu. Vor der Massage mache ich eine kleine Einleitung und atme ganz bewusst gemeinsam mit der Schwangeren. Die Massage selbst ist eine Wellnessmassage, die auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt wird. Ich arbeite dabei unter anderem mit langen, großflächigen Streichungen.

Stefanie: Für wen eignet sich deine Ausbildung zur Massage für Schwangere und was lernen die Teilnehmerinnen bei dir?

Catherine: Die Ausbildung eignet sich grundsätzlich für Menschen, die gerne mit Menschen arbeiten und gerne berühren. Vorwissen ist nicht notwendig. Du musst also keine Doula oder Hebamme sein. Wir beschäftigen uns mit den körperlichen Veränderungen vom ersten bis zum dritten Trimester, mit möglichen Beschwerden und auch mit Ausschlusskriterien für eine Massage. Natürlich lernen wir auch den Ablauf und die Massagegriffe.

Aber mir ist genauso wichtig, wie wir eine Schwangere begleiten. Die Schwangerschaft ist eine sehr vulnerable Zeit. Deshalb achte ich zum Beispiel auch auf die Worte, die wir wählen. Bemerkungen darüber, ob ein Bauch besonders groß oder klein ist, können schnell bewertend wirken. Sicherheit, Verbindung, Entspannung und Entlastung sind für mich wichtige Grundpfeiler. Die Frau soll sich wirklich wohl und sicher fühlen.

Stefanie: Für mich ergänzen sich Schwangeren-Yoga und Massage sehr schön. In unserer 25-stündigen Pränatal-Yoga-Ausbildung beschäftigen wir uns unter anderem mit den verschiedenen Trimestern, typischen Beschwerden und geeigneten Yogaübungen sowie mit Atem, Entspannung, Stressabbau und Geburtsvorbereitung.

Die Weiterbildung Massage für Schwangere ergänzt dieses Wissen um Berührung und die Begleitung im 1:1. Dort geht es auch um Hands-on-Techniken, die du als Yogalehrerin in einer Schwangeren-Yogastunde einsetzen kannst.

Catherine: Gerade diese Kombination kann das eigene Wissen erweitern und dabei helfen, Schwangere umfassender zu begleiten – in der Yogastunde, im 1:1 oder beispielsweise auch in einem Retreat oder Circle für Schwangere.

Das vollständige Gespräch im Yogastern Podcast hören

Falls den kompletten Austausch zwischen Catherine und mir ansehen möchtest, findest du diese Podcastfolge auch auf YouTube:

Weiterbildungen Pränatal Yoga und Massage für Schwangere

In der Yogastern Akademie in Wiesbaden unterrichten Catherine und ich diese Weiterbildungen für Yogalehrende und alle Interessierten:

  • Weiterbildung Pränatal Yoga:
    Lerne, Schwangere sicher mit Yoga zu begleiten, Beschwerden zu lindern und sie auf die Geburt vorzubereiten. Die Weiterbildung vermittelt dir das nötige Fachwissen und passende Yogaübungen für die Schwangerschaft.
  • Weiterbildung Aroma Wellness Massage für Schwangere:
    Lerne, Schwangere sicher zu massieren, tiefe Entspannung zu fördern und Beschwerden zu lindern. Die Weiterbildung vermittelt dir die wichtigsten Grundlagen, Kontraindikationen und Massagegriffe.

Erfahre mehr über Catherine Lang auf unserer Teamseite oder verbinde dich mit ihr auf Instagram.

Catherine Lang massiert eine schwangere Frau

Du willst Yoga in der Schwangerschaft ausprobieren?

Wenn du selbst schwanger bist und Yoga ausprobieren möchtest, findest du bei uns nicht nur Studiokurse in Wiesbaden, sondern auch Video-Workshops rund um Yoga, Atmung und Geburtsvorbereitung. Hier findest du einen Überblick: Angebote für Schwangere.

Schau gerne zusätzlich auf dem Yogastern-Blog in der Kategorie „Yoga für Schwangere“ und auf meiner YouTube-Playlist für Schwangeren-Yoga vorbei.

Und vielleicht lädt dich unser Gespräch dazu ein, deinen Körper während der Schwangerschaft noch einmal mit einem anderen Blick wahrzunehmen: nicht nur darauf zu schauen, was gerade schwerer fällt, sondern auch darauf, was er jeden Tag für dich und dein Baby leistet.

Herzensgrüße,
Deine Stefanie

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